Fliegenfischen auf Meerforellen in Dänemark
Für das Frühjahr 2008 hatten meine Frau Gisela und ich die Woche vom 14. bis 20. April für unsere Exkursion nach Dänemark vorgesehen. Wir wollten, wie fast jedes Jahr, den Meerforellen an den Küsten mit der Fliege nachstellen.
Am Morgen des 14. April ging es mit unserem kleinen Wohnmobil Richtung Norden. Dieses Mal waren die Küsten im Süden Ostjütlands unser Reiseziel.
In Flensburg stießen unsere netten Angelkollegen Bernd und Jürgen aus Bocholt zu uns. Nach herzlicher Begrüßung setzten wir die Fahrt gemeinsam fort.
Am Zielort eingetroffen, bezogen unsere Freunde am späten Nachmittag ihr Quartier auf einem gemütlichen alten Bauernhof. Noch am gleichen Abend ging es zum Strand und rein in die Wathosen. Alle Tourteilnehmer waren, trotz der einsetzenden Kühle des zu Ende gehenden Tages, wie Bernd es pragmatisch ausdrückte "heiß wie Frittenfett". Wir konnten es kaum erwarten endlich mit den ersten Würfen zu beginnen.
Wir fischten noch bis zur beginnenden Dunkelheit, doch eine Meerforelle ließ sich an diesem Abend nicht betören.
Am nächsten Morgen begrüßte uns die Sonne von einem fast wolkenlosen Himmel. Trotzdem konnte sie zunächst die 7 Grad kalte Luft nicht deutlich erwärmen. Die Wassertemperatur lag mit 8 Grad für die Jahreszeit im normalen Bereich.
In den nächsten Tagen wurde es durch die konstant scheinende Sonne kontinuierlich immer wärmer. Die Lufttemperaturen stiegen auf bis zu 14 Grad an. Die Temperatur des Wassers erreichte im Uferbereich die 11 Grad Marke.
Dieser schnelle Anstieg der Temperaturen innerhalb weniger Tage war für uns Fliegenfischer anscheinend eine äußerst günstige Konstellation. Das wärmere Wasser führte bei den Fischen zu einer Steigerung der Stoffwechselaktivität. Gleichzeitig waren immer mehr Tangläufer, Asseln und Garnelen im Uferbereich zu entdecken. Entsprechend eifrig waren die Forellen auf Beutefang und unsere imitierenden Fliegen verfehlten ihre Wirkungen nicht.
Der Wind wehte in der gesamten Woche nur schwach bis mäßig aus nordöstlichen, südlichen bis südwestlichen Richtungen und behinderte uns beim Fliegenwerfen nicht. Auch blieb bei diesen Windrichtungen das Wasser im Uferbereich überwiegend klar.
Als der der Wind am Ende des letzten Tages unserer Urlaubswoche merklich auffrischte und auf Ost drehte, trübte das Wasser schnell ein und eine effektive Fliegenfischerei an den von uns überwiegend befischten Stellen war nicht mehr möglich.
Jeder von uns konnte mehrere schöne Meerforellen an die Fliegen bringen. Jürgen fing sogar einen Lachs, der bei einer Länge von ca. 45 cm sofort schonend seinem Element zurückgegeben wurde.
Alle Forellen unter 50 cm wurden zurückgesetzt. Der größte Fisch dieser Woche, wahrscheinlich ein sog. "Überspringer", brachte 3,4 Kg auf die Waage. Er konnte, wie andere Meerforellen auch, "Günnis-CDC-Garnele" nicht widerstehen.
Es war für uns immer wieder faszinierend und spannend, wenn in der fast unendlichen Weite der Ostsee unsere angebotenen kleinen Fliegen von den Fischen entdeckt und attackiert wurden.
Zweifellos waren wir uns darüber im Klaren, dass wir hinsichtlich der optimalen Wind- und Wetterbedingungen eine große Portion Glück hatten.
Uns hat dieser Ausflug an die Küsten im Süden Jütlands mit ihren schönen Stränden sehr gut gefallen.
Allgemein bietet die Fliegenfischerei an den Gestaden der Ostsee für uns "Stadtmenschen" aus dem Ruhrgebiet die Möglichkeit, weit ab vom Trubel und Verkehrslärm, einen Ansatz von Freiheit und Individualismus und vor allem Ruhe und Beschaulichkeit zu erleben.
Ein hilfreicher Ratgeber war uns der "Angelführer Südjütland" aus dem Verlag "Die Rapsbande" (www.der-angelfuehrer.de) ISBN 978-3-937868-10-3.
Für Fragen zum Meerforellenfliegenfischen und zu fängigen Fliegen stehe ich gerne zur Verfügung.
Günni Sareyka
www.fliegenfischerschule-ruhrgebiet.de
Ort:
Südostjütland
Land:
Dänemark
Gewässertyp:
Angelgewässer:
Sonstiges Gewässer:
Ostsee
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