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Erstellt am: 13.08.2007
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Angelreise in den Yukon

Der Yukon ist für jeden Angler und Fliegenfischer ein faszinierendes Reiseziel. Die meisten Besucher haben es bei Ihrer Reise auf Namycush, Lachs, Hecht, Arktische Äsche und wilde Regenbogenforellen abgesehen. Wer sich für diese Region interessiert, in der einst der Goldrausch tobte, sollte sich gut vorbereiten. Dies gilt insbesondere, wenn man auf „eigene Faust“ losziehen möchte.

Grundsätzlich empfehle ich jedem, sich vor Ort zumindest teilweise in einer Lodge einzubuchen, die von professionellen Guides betreut wird. Das kostet zwar einiges, ist in der Regel aber sein Geld wert. So lernt man schnell die spezifischen Tipp & Tricks kennen und findet sich anschließend besser zurecht. Entsprechende Anbieter kann man relativ gut im Internet recherchieren. Man sollte aber ausreichend im Voraus planen, da die Lodges oft schon früh ausgebucht sind. Als Einzelperson kann man manchmal noch kurzfristig unterschlüpfen. Gruppen empfehle ich eine Buchung 8-12 Monate vor Reiseantritt.

Bei seinen Planungen sollte man den Yukon nie unterschätzen. Es handelt sich um eine sehr urtümliche und naturbelassene Provinz mit kaum Zivilisation. Sobald man sich von den wenigen Hauptstraßen entfernt, ist man schnell auf sich allein gestellt. Bis zur nächsten menschlichen Ansiedlung sind es oft viele km. Europäische Handys funktionieren nicht … also kann man im Notfall auch nicht einfach Hilfe rufen. Wer auf eigene Faust losgeht, sollte sehr erfahren oder zumindest im Team unterwegs sein.

Wie in Alaska, kommen Wetterumschwünge teilweise ohne Vorankündigung. Auch im Hochsommer kann es dann schnell kalt werden. Man sollte daher immer mit guter und ausreichend Ausrüstung losziehen und nicht den Fehler begehen, nur das „Nötigste“ mitzunehmen. Absolut Pflicht ist im Yukon das „Bärenspray“. Man kann dies in Outdoor-Geschäften leihen und sich im Notfall vor Grizzlys den notwendigen Respekt verschaffen. Die Bären wissen insbesondere in den Naturschutzgebieten, dass sie nicht gejagt werden dürfen … und wo Fische sind (insbesondere Lachse), sind sie auch nicht weit. Während unserer zwei Wochen war ein Grizzly auf gut 5 m vor mir … was im Fernsehen spannend aussieht, sorgt im wahren Leben dafür, dass einem das Herz stehen bleibt.

Die Reise in den Yukon startet in der Regel per Flugzeug. Im Sommer werden von einigen Flughäfen Direktflüge nach Whitehorse angeboten. Condor fliegt z.B. jeden Sommer 2 x pro Woche nach Whitehorse, der Hauptstadt des Yukons. Diese Kleinstadt ist Ausgangspunkt für viele Abenteurer. Es gibt viele Ausstatter, bei denen man ggf. Zelt, Campingausrüstung und Kanus leihen kann. Am Flughafen erhält man auch einen Mietwagen. Anglern empfehle ich auf jeden Fall ein Allradfahrzeug.

Um falschen Erwartungen vorzubeugen, möchte ich klarstellen, dass es neben den öffentlichen Straßen kaum andere Wege gibt. Ins Gelände kann man nicht einfach so fahren, da es sehr felsig und sumpfig ist. Viele Straßen haben nur Schotterpisten und wenn man das Auto mal neben der Straße abstellen möchte, hilft der Allrad, dass man anschließend wieder herauskommt. Viele Seen haben eine beachtliche Größe und können bei aufkommendem Wind beachtlichen Seegang aufweisen. Längere Strecken kann man daher mit einem Kanu nicht zurücklegen. Ansonsten geht man ein großes Risiko ein, dass man die Nacht im Freien verbringt.

An diesen Gewässern wird Hilfe von Guides vor Ort benötigt, die über die entsprechenden Motorboote verfügen. Auch gibt es nur wenige Flüsse, auf denen eine Kanudrift Sinn macht. Zum einen beherbergen sie keine Fische (weil sie im Winter bis auf den Grund zufrieren) oder führen einfach nicht wieder zum Auto zurück. Dennoch gibt es einige Gewässer, auf denen man mit dem Kanu schöne Stellen befischen kann. Diese sind ausführlich unter der Rubrik Angelgewässer beschrieben.

Die Hauptfischarten im Yukon sind Lachs, Namycush, arktische Äsche, Hecht und Regenbogenforelle. Zum Lachsfischen benötigt man eine eigene Lizenz, die man nach Rückkehr aus seinem Urlaub an die zuständige Fischereiaufsicht im Yukon zurücksenden muss. Versäumt man dies, wird einem u.U. beim nächsten Besuch in Kanada die Einreise verweigert! Glücklicherweise kann man die Rückmeldung auch per Internet vornehmen. Die Lachse ziehen die großen Flüsse hoch und sind teilweise bereits hunderte km unterwegs, bevor sie in Ihren Laichgebieten im Yukon ankommen. Die Laichgebiete sind weitestgehend zum, Fischen gesperrt. Angeln darf man in der Regel nur dort, wo die Fische durchziehen. Man sollte darauf gefasst sein, dass die gut mit dem Auto zu erreichenden Plätze auch entsprechend von Einheimischen (und Bären) frequentiert sind. Die Bären hoffen auf Fischabfälle. Daher sollte man nie seine Fische am Angelplatz versorgen … den anderen Anglern zuliebe.

Was die erforderlichen Fliegen und besten Fangzeiten angeht, sollte man sich vorab erkundigen. Für das Lachfischen empfehle ich auf jeden Fall einen Guide. Die bringen einen auch mit Jetbooten zu den wirklich guten Stellen, wo man auch ungestört das ersehnte Erlebnis bekommt. Wenn man dann eine gute Stelle gefunden hat, über einem die Seeadler kreisen, flussauf die Bären fischen, und sich die Schnur mit lautem Surren von der Rolle verabschiedet … hat man einen der perfekten Angeltage erwischt!

Neben dem Lachs ist vor allem der Namycush ein beliebter Zielfisch. Dieser Seesaibling bevölkert die großen Seen, wächst sehr langsam, das jedoch über viele Jahre. Einen kapitalen Fisch sollte man in jedem Fall zurücksetzen. Mit der Fliege fängt man den Namycush hauptsächlich in Bacheinmündungen und am Seeauslauf. Oft fischt man am besten vom Boot aus, wo man im klaren Wasser die großen Fische teilweise rauben sieht. Die beste Zeit mit der Fliegenrute ist das Frühjahr, wenn die Fische noch hoch stehen und die Laichzeit, wenn die kleineren Fische in die Flüsse ziehen, um dort zu rauben. Dann sind auch große Strecken möglich. Kapitale Fische fängt man fast ausschließlich beim Schleppfischen mit Downrigger und Echolot. Diem Fische sind rar gestreut und man muss genau wissen, wo man sie sucht.

Hechte gibt es im Yukon in manchen Gewässern in solchen Mengen, dass man an guten Tagen 50+ Stück davon fangen kann, wenn man mit der Größe nicht wählerisch ist. Dort wo in den Seen Renken und ausgedehnte Flachwasserzonen mit Krautfeldern vorkommen, hausen tausende von den Räubern. Man bekommt die Fliege fast nicht zum Boot, ohne dass ein Hecht daran hängt. Zwei dieser besonderen Seen sind in der Rubrik Angelgewässer vorgestellt. Um große Räuber an den Haken zu bekommen, empfehle ich das Fischen mit der Spinnrute, hier kommt man schneller auf Tiefe und kann größere Flächen schneller abfischen.

Die arktische Äsche ist einer der schönsten Fische, die ich kenne. Gegenüber der europäischen Schwester raubt die arktische Äsche gerne. Gute Köder sind häufig violette und schwarze Whooly Bugger, denn nicht immer steigen die Äschen und Nymphen werden meist von kleineren Fischen genommen. Die Äschen sollte man immer am Flußein- und am Flußauslauf suchen. Die großen Exemplare stehen auch gerne noch im See nahe zum Flußauslauf. Hier hat der See noch kaum Strömung und die Äschen rauben in Trupps. Hat man eine gute Stelle gefunden, sollte man diese längerfristig befischen, denn die Fische kehren immer wieder zurück!

In den Seen und Bächen gibt es desweiteren noch Dolly Varden (Art Bachsaibling), Regenbogenforellen und landgebundene Lachse (wandern nicht mehr ins Meer). Für den Angler ein Paradies, wunderschön aber auch wild!

Ort:

Whitehorse

Land:

Kanada

Gewässertyp:

Angelgewässer:

Sonstiges Gewässer:

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